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Aufklärung zu Verschwörungstheorien / -thesen

Da mich das Thema zur Zeit intensiv beschäftigt, habe ich unsere Linksammlung ergänzt um aufklärendes Material zu Verschwörungstheorien (die eigentlich keine Theorien, sondern Thesen sind).

Mir begegnen doch immer mal Menschen, die diverse merkwüridge Ansichten vertreten, die ich allerdings nicht aus dem Stand widerlegen kann.

Woran erkennt man eine Verschwörungstheorie? Aus meiner Sicht:

  1. Es wird einer ominösen (oder benannten) Organisation oder Gruppe von Menschen eine böse Absicht unterstellt. Psychologisch gesehen wird damit das Böse in die Welt projiziert.
  2. Grundsätzliche, allgemein anerkannte Annahmen werden in Frage gestellt (z.B. „Die BRD existiert gar nicht.“)
  3. Das führt zu großer Verunsicherung bei den Angesprochenen, da sehr selektiv ausgewählte „Beweise“ vorgebracht werden, die sich natürlich nicht aus dem Stand widerlegen lassen.
  4. Insbesondere werden mitunter komplizierte Fachthemen aus Laiensicht interpretiert (wer kennt sich z.B. im Völkerrecht aus und kann qualifizierte Aussagen darüber treffen, ob die BRD der Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches ist?).
  5. Komplexe Zusammenhänge in der Welt (und die unzähligen Missstände) werden in ein einfaches Erklärungsmodell gepresst.
  6. Die eigene Weltsicht wird nicht mehr angezweifelt, sondern als absolut betrachtet.
  7. In krassen Fällen wird Zweiflern vorgeworfen, Teil des Problems zu sein.

Wie sollte man reagieren, wenn man mit derartigen Aussagen konfrontiert wird?

Gute Frage! Ich weiss es noch nicht so richtig. Zuhören? Da wird man schnell kirre im Kopf. Abblocken? „Ich möchte das nicht hören.“ – wird sie evtl. in Ihrer Ansicht bestärken und missionarischen Eifer hervorrufen. Reden lassen und ignorieren?

Was eher nicht funktioniert ist, sich auf eine Diskussion einlassen. Denn diese Leute haben einen strategischen Vorteil: Sie haben sich lange (z.T. jahrelang) und intensiv mit den Themen beschäftigt, eine Unmenge an Argumenten und Merkwürdigkeiten etc. auf Lager, die man natürlich ad-hoc schwer entkräften kann.

Ein erster Schritt könnte sein, zunächst zu testen, ob das Gegenüber überhaupt für eine Diskussion offen ist oder ob er/sie fest an seinem Glauben festhalten möchte, z.B. fragen „Was müsste passieren, damit Du von Deiner Ansicht abrückst?“ Vor allem: Freundlich bleiben, auch wenn es schwer fällt. 😉

Was meint Ihr, wie ist damit am besten umzugehen?

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2 Gedanken zu “Aufklärung zu Verschwörungstheorien / -thesen

  1. ped43z schreibt:

    Es ist egal, inwieweit meine Bedenken gerechtfertigt sind, dass der Sprechende einer spinnigen Theorie aufgessen ist. Eine Verschwörungstheorie (VT) ist es ja dann eben nicht, denn diese ist absolut seriös, wurde nur durch Meinungs- und Deutungshoheit ihres eigentlichen Sinnes beraubt und negativ angehaucht. VT sind absolut notwendig und wurden unzählige Male bewiesen. Das heißt, alleine schon wie wir selbst den Begriff der VT vor allem emotional verarbeiten, zeigt, dass wir alle einer Manipulation unterliegen. Würde uns Jemand vorwerfen, wir vertreten eine VT, nähmen wir das als Vorwurf auf, fühlten uns als Spinner angesehen, absurd nicht wahr?
    Sei es nun aber eine wirre und nicht tragfähige Theorie in dem Sinne, dass sie in sich unlogisch ist, dann ist sie das zuerst mal aus unserer subjektiven Sicht. Zuhören halte ich für absolut richtig. Damit zeige ich dem Sprechenden, dass ich ihn ernst nehme, ihm Achtung entgegen bringe. Zuhören ist die erste Bedingung, dass der/die Andere mir AUCH zuhört. Ich würde also in einem solchen Fall meine persönlichen VORurteile (im wahrsten Sinne des Wortes) zurückstellen und mich auf das Zuhören einlassen.
    Desweiteren muss ich die Fähigkeit besitzen, mich auf die Argumente einzulassen, statt meinen negativen Emotionen nachzugeben und mich auf keinen Fall einer gewissen Überlegenheit hingeben. Tue ich das, nehme ich den Anderen nicht wirklich ernst! Wir wissen doch, dass es zwischen Schwarz und Weiß unendlich viele Graustufen gibt. Es lässt sich also in den meisten Fällen gar keine Entweder-Oder-Aussage machen. Und selbst wenn ich nach der Auseinandersetzung in meinem eigenen Kopf das Gesamtbild des Anderen nicht teile, heißt das noch lange nicht, dass er mir vielleicht nicht den einen oder anderen interessanten Impuls gegeben hat, oder das wichtige und richtige Teilaspekte benannt wurden, die ich selbst zuvor nicht berücksichtigt hatte.
    Außerdem kann ich mit der vom Anderen vorgebrachten Antihese meine eigene These auf Plausibilität und Belastbarkeit testen und unter Umständen korrigieren.
    Reflexartiges Reagieren ist oft unangebracht, gute Rhetoriker können das vielleicht, aber die bedienen sich oft auch manipulativer Techniken um ihre Sicht als die Wahre hinzustellen, das hat mit Synthese nichts zu tun.
    Grundsätzlich würde ich darauf achten, ob der Protagonist seine Theorie mit negativen Emotionen unterlegt, vor allem mit Aggessionen und sich ständig wiederholenden Anfeindungen und ob seine vorgebrachten Lösungen vordergründig simpel und gewaltverbunden sind. Das sind Verhaltensmuster, welche rationales, kognitives Denken unterdrücken und auf diese Weise eine Theorie zusammenalten, der es an echten Argumenten fehlt. Hier beginnt die Kunst, nämlich zu erkennen, ob es eine Chance gibt, den Anderen zu erreichen.
    Es handelt sich nämlich um pathologische Verhaltensweisen.
    Solche Verhaltensweisen sind immanente Wesenmerkmale von Psychopathen. Machen wir uns nichts vor, geraten wir an einen Solchen, hat eine Diskussion keinen Sinn. Psychopathen sind zwar in ihrer Seele Kranke aber leider auch Meister der Manipulation. Fern jeder Emphatie nutzen sie unsere Gefühle für ihre ganz egoistischen Zwecke aus. Psychopathen berauschen sich an Macht! Beschleicht uns also das ungute Gefühl an einen solchen Menschen geraten zu sein, sollten wir uns höflich aber bestimmt aus der Konversation zurückziehen. Das Schwierige: Pathologische Verhaltensmuster können auch Menschen zeigen, die KEINE Psychopathen sind – und das sind sehr viele!
    Besitzt der Andere nur ein Mindestmaß an Emphatie (dann ist er schon mal kein Psychopath), so gibt es auch eine Chance. Was niemals funktionieren wird (so glaube ich), ist das ENTGEGENstellen der eigenen Theorie. Das führt nur zur Abwehrhaltung beim Anderen. Besser ist es Fragen zu stellen. Die Fragen sollten auch nicht ultimativ sein, das heißt man sollte keine Antworten erzwingen. Menschen fühlen sich, wenn sie spüren, dass ihre Überzeugungen, nach denen sie oft Jahre gelebt haben, wie ein Kartenhaus zusammenfallen, oft schutzlos und in ihrer Seele getroffen. Um den Widerspruch zwischen Realtiät und der bisher gelebten Illusion auszugleichen (kognitive Dissonanz) reagieren sie oft emotional, beleidigend und unlogisch. Das muss man erkennen, dass der Andere in Not ist. Man darf das nicht an sich ranlassen, um dem Gesprächspartner eine zweite Chance zu lassen. Die Menschen brauchen Zeit, um einen solchen Konflikt aufzulösen.
    Was für Fragen aber? MOTIVE sind das A und O. WARUM sollte ein Mensch oder ein Gruppe von Menschen etwas ganz Bestimmtes tun? Wem nützt es? Dort wo man sich gut auskennt, darf es auch gern speziell werden. Wenn also offensichtlich ist, dass die Naturgesetze für die Theorie außer Kraft gesetzt wurden, kann auch hier der Gegenbeweis sinnvoll sein.
    Letztlich geht es gar nicht darum, ob Jemand vielleicht eine VT sein eigen nennt, die wir spinnig finden. Wenn wir es nämlich genauer betrachten, sitzt jeder TV-Durchschnittskonsument einer VT auf, JEDER! Denn was anderes als eine VT (in der Deutung der Leitmedien) ist es denn, wenn uns tagtäglich aus den Leitmedien die Gefahr einer russischen Aggression vorgebetet wird? Merke: Ich beende mit einer Frage. 😉

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